06.03.2017 – Bauleistung wieder höher – Preiskluft wird größer – Konjunkturlokomotive startet

Seit dem Jahr 2007 stiegen die Wohnungsfertigstellungen nicht über 50.000 Stück. Im Jahr 2015 war es aber wieder soweit. Österreichweit erhöhte sich die Anzahl von fertiggestellten Wohnungen von 46.757 auf 50.134 Stück. Die Verteilung der errichteten Immobilien über Österreich ist recht unterschiedlich. So lag die Neubaurate in Wien und Kärnten bei 4,0 bzw. 5,0 Einheiten pro 1000 Einwohner gemessen an der Bevölkerungsgröße. Den größten Zuwachs genoss das Bundesland Tirol mit 7,9 je 1000 Einwohnern. Somit ergibt sich ein Österreich–Durchschnitt von 5,8 erbauten Wohnungen je 1000 Einwohnern.

Die Statistik Austria gab Ende Januar eine Steigerung des Baupreisindex bekannt. So wurde Bauen um 1,3 Prozent teurer. Die Preise beim Hochbau stiegen um 1,9 Prozent und beim Wohn- und Siedlungsbau um 1,8. Gründe für die Preisanstiege seien laut Statistik Austria Verteuerungen bei den Bauleistungen.

Diese Verteuerung hält seit dem Jahr 2010 an. Die Preise für Neubauten sind um ein Drittel und bei bestehenden Immobilien um knapp die Hälfte gestiegen. Der österreichweite Vergleich der Bundesländer zeigt eine Kluft zwischen Ost und West. Während man in der Steiermark, Kärnten und dem Burgenland durchschnittlich 250.000 Euro für ein neues Haus bezahlt sind es in den Hotspots Wien, Tirol und Vorarlberg fast das Dreifache. Das Gleiche gilt auch bei bestehenden Wohnungen und Häusern. Marktbeobachtungen zeigen jedoch das die Kaufpreise deutlicher ansteigen als im Gegensatz die Preise für Miete.

Konjunktur kommt langsam in Schwung

Die gestiegene Bauleistung lässt sich zum einen auf die erhöhte Nachfrage und zum anderen auf die gestiegenen Preise zurückführen. So hat in den vergangen Wochen die EU-Kommission die europäische Wirtschaftsprognose nach oben korrigiert. Die Österreichische Nationalbank (OeNB) prognostiziert für Österreich für die ersten beiden Quartale im Jahr 2017 einen Anstieg von 0,5 Prozent des BIP gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

So konnten heimische Unternehmen den Schwung aus den Endmonaten des Vorjahres mit in die Anfangsmonate von 2017 mitnehmen und befinden sich nun auf einem beständigen Wachstumspfad. Für die ersten beiden Quartale werden Steigerungen von 1,9 – 2,1 Prozent erwartet. Dies seien in diesem Ausmaß seit langem ungesehene Werte. Die wichtigste Stütze der Konjunktur neben dem Privatkonsum sei die Investitionstätigkeit der Unternehmen gewesen.

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